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    Dr. med. Dietmar Jung
    Urologische Praxis Tuttlingen
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Andrologie

Männergesundheit – ganzheitlich und individuell

Andrologie kann wörtlich als „Männerheilkunde“ übersetzt werden. Damit stellt die Andrologie das männliche Gegenstück zur Frauenheilkunde, der „Gynäkologie“, dar.

Die Bedürfnisse des (männlichen) urologischen Patienten und das urologische Fachgebiet unterliegen in den letzten Jahren einem zunehmenden Wandel. Es reicht mittlerweile nicht mehr, sich als Urologe auf die „Kerngebiete“ Prostata, Niere, Blase und männliche Geschlechtsorgane zu beschränken, sondern wir müssen über unseren Horizont hinaus, den Mann in seiner medizinischen
Gesamtheit verstehen und auch behandeln.

Erektile Dysfunktion

Weltweit durchgeführte Studien beziffern die Zahl von Männern mit Erektiler Dysfunktion (ED) auf bis zu 50%. Hierbei muss man die echten Erektionsstörungen von hin und wieder auftretenden „Erektionsschwächen“ unterscheiden. Aktuelle Studien aus Deutschland haben gezeigt, dass zum Teil auch junge Männer zwischen 18 und 30 Jahren von echten Erektionsstörungen berichten. Insgesamt leiden nach aktuellen Schätzungen zurzeit über 6 Millionen Männer in Deutschland an einer ED mit verschiedenen Ausprägungen. Mittlerweile ist es aber möglich, durch spezielle Diagnostik verschiedene Arten der Erektionsstörung zu klassifizieren. Darüber hinaus kann für jede Art von Erektionsstörung eine entsprechende Therapie eingeleitet werden.

Symptome
Impotenz, Erektionsstörungen oder auch erektile Dysfunktion (ED) äußern sich in geminderter sexueller Lust (Libidostörungen), Störungen des Bluteinstromes in den Penis (mangelhafte Gliedsteife, vorzeitiges Abschwellen), Kohabitationsstörungen (Penisverkrümmungen bei der Erektion, gestörtes Einführen des Penis in die Scheide beim Geschlechtsverkehr) oder in Ejakulationsstörungen (vorzeitiger oder fehlender Samenerguss).

Ursachen
Die Ursachen einer Erektionsstörung können in zwei große Gruppen eingeteilt werden. Zum einen gibt es die psychosomatisch bedingte ED, zum anderen die organisch (körperlich) bedingte ED. Je jünger ein Betroffener ist, desto wahrscheinlicher ist das Vorliegen einer psychosomatisch bedingten ED. 
Je älter ein Patient ist, desto größer ist die Wahrscheinlichkeit von verschiedenen Begleiterkrankungen (Gefäßerkrankungen, Diabetes, langjähriger Nikotingebrauch, Testosteronmangel durch Übergewicht, etc.), die eine ED auf körperlichem Wege herbeiführen oder verstärken können.

Psychosomatische Ursachen im einzelnen
•    Sexuelle Funktionsstörungen
•    Versagensängste
•    Partnerschaftliche Probleme
•    Vergangenheitsbewältigung
•    Generelle Angststörungen
•    Stress
•    Burn-Out
•    Depressionen

Organische Ursachen im einzelnen
•    Durchblutungsstörungen (Penis, Beckengefäße)
•    Peniserkrankungen (Induration Penis plastica)
•    Nervale Störungen nach operativen Eingriffen (Prostata, Blase, Darm)
•    Querschnittslähmung, Bandscheibenvorfälle, Multiple Sklerose
•    Diabetes mellitus (Zuckerkrankheit)
•    Hypothyreose (Schilddrüsenunterfunktion)
•    Erhöhter Blutdruck (arterieller Hypertonus)
•    Störungen der Hypophyse
•    Störungen des Fettstoffwechsels
•    Übergewicht (Adipositas)
•    Testosteronmangel
•    Psychopharmka
•    Bestimmte Blutdruckmittel
•    Hormontherapie
•    Bluterkrankungen
•    Alkohol, Nikotin, Drogen
•    Kombinierte Ursachen

Diagnostik
Entsprechend den vielfältigen Ursachen können wir ein breites Spektrum diagnostischer Methoden einsetzen. Eine ausführliche und systematische Erhebung der Vorgeschichte (auch unter Zuhilfenahme von Fragebögen, Anamnese, Sexualanamnese) ist notwendig, um die Problematik im Kern zu erfassen. Zusätzlich ist eine ausführliche klinische Untersuchung hilfreich, um anatomische Ursachen auszuschließen. Weitere wichtige diagnostische Mittel zur Eingrenzung der Ursachen sind verschiedene Laboruntersuchungen (Risikofaktoren, Hormonstatus) sowie in manchen Fällen ein Schwellkörperinjektionstest (SKAT - Test) mit Ultraschalluntersuchung der Penisgefäße mit Fließeigenschaften (Duplexsonographie).  

Therapie
Auch die verschiedenen Therapieformen werden dem breiten Ursachenspektrum mittlerweile gerecht.
Medikamentöse Behandlung mit PDE-5-Inhibitoren
Seit 1997 ist mit Viagra© das erste Medikament dieser Art auf den Markt gekommen. Mittlerweile gibt es noch zwei weitere (Cialis© und Levitra©). Alle drei Medikamente sind sehr sicher, haben aber ein unterschiedliches Wirkprofil. Welches der Medikamente zu favorisieren ist, sollte individuell besprochen werden.
Sollte die Einnahme von PDE-5-Hemmern nicht ausreichend sein, um eine zufriedenstellende Erektion zu erzielen, kann eine zweite Stufe der Therapie eingeleitet werden. Bei der Schwellkörperautoinjektionstherapie – kurz SKAT genannt -  werden erektionsfördernde Wirkstoffe mit einer feinen Nadel, ähnlich wie das Insulin bei Diabetikern, bei Bedarf direkt in den Schwellkörper des Penis gespritzt. Die Gabe ist hierbei schmerzlos und wird fast nicht gespürt.
Bei der MUSE-Therapie (medicated urethral system for erection) wird das gleiche Medikament in Form einer kleinen weichen Tablette mit einem speziellen Applikator in die vordere Harnröhre eingebracht und vorsichtig von dort in den Schwellkörper einmassiert.
Sollten die medikamentösen Therapien weiterhin keine zufriedenstellenden Erektionen erbringen, kann das daran liegen, dass die Venen das Blut zu schnell vom Penis zurück in den Körper lassen. Liegt ein Defekt an diesem Gefäßmechanismus vor, kann mit Hilfe einer Vakuum-Pumpe der natürliche Blutfluss in die Schwellkörper unterstützt werden. Ein Gummiring verhindert den Rückfluss des Blutes, solange die Erektion erhalten bleiben soll.
Sollte als Ursache der Erektionsstörung ein Testosteronmangel gefunden werden, kann das männliche Sexualhormon als Medikament hinzu gegeben werden. Mittlerweile gibt es auch im Bereich der Testosteronsubstitution verschiedene Produkte mit gutem Wirkspektrum. Diese sind aber in ihrer Anwendung unterschiedlich. Zu nennen ist hier primär die Testosterongabe als Gel, welches sich der Patient morgens selbst aufträgt. Des Weiteren gibt es Depot-Spritzen, die monatlich oder alle drei Monate vom Arzt verabreicht werden.
Als weitere Möglichkeit steht die Implantation von künstlichen Schwellkörpern zur Verfügung. Diese Option sollte erst dann ausgeschöpft werden, wenn alle anderen Verfahren keinen Erfolg erbracht haben. Bei der Implantation der Schwellkörper wird das natürliche Gewebe zerstört, so dass eine normale Erektion nicht mehr möglich ist. Bei den Implantationsverfahren gibt es zwei verschiedene Modelle: Zum einen die biegsamen Implantate, die in den Schwellkörper eingebracht werden und anschließend von Hand zurechtgebogen werden können. Eine physiologische Variante stellen die hydraulischen Schwellkörperimplantate dar, die durch eine Pumpe aktiviert werden können. Dadurch kommt es zu einer wirklichen Erektion, die bei Bedarf durch ein Auslassventil wieder abgelassen werden kann.

Anti-Aging-Beratung

Vorzeitige Alterungsprozesse beim Mann zu verzögern, aufzuhalten oder gar umzukehren ist eine große Herausforderung und bedeutet im Einzelnen:
 Erkennung von gesundheitlichen Risiken für die Entwicklung von Herzinfarkt, Schlaganfall, Osteoporose, Demenz, Krebserkrankungen und deren gezielte Prävention. 

Ein weiteres Ziel ist die Herstellung der optimalen körperlichen und geistigen Leistungsfähigkeit. Unsere Gesellschaft überaltert, die Krankheiten und die Gesundheit der Älteren werden immer wichtiger. Die Lebenserwartung der Bevölkerung in den Industrieländern stieg im vergangenen Jahrhundert stetig. Während zunächst das Älterwerden an sich im Vordergrund stand, fokussiert sich das Interesse in neuerer Zeit in Richtung Qualität des Alterungsprozesses. Viele Menschen leben zunehmend gesundheitsbewußt, Wellness Oasen gibt es überall.
 Und bei genauer Betrachtung wird immer deutlicher:
 die Männer werden eben nicht immer älter, nein, sie sterben im Durchschnitt 7 Jahre früher als die Frauen (und dies gilt praktisch für alle Länder mit entsprechenden Statistiken). Es müssen Risikofaktoren erkannt und angegangen werden, bevor Schaden entstanden ist. 
Lebensführung, Streßmanagement, Vitamine, Spurenelemente, Ernährung, Hormone, das sind die Schlagwörter dieser Medizinrichtung, die in den nächsten Jahren stetig expandieren wird.



Zu einer Anti-Aging-Beratung gehört eine genaue Diagnostik mit entsprechenden Fragen (Anamnese) zum Lebensstil (Ernährung, 
körperliche Aktivität, Sport, Genussmittel, Stress, psychosoziale Situation), ausführliche Familienanamnese (im Blick auf die familiären Risiken) und eine ausführliche Gesundheitsdiagnostik, mit der man die funktionelle Gesundheit unterschiedlicher Organbereiche
(Muskulatur, Herz-/Kreislaufsystem, Lungenfunktion, Gehirnfunktion, Gelenke, etc.) bestimmen kann. Natürlich wird ein Urologe sich nicht anmaßen, eine Hypertonie-Behandlung oder Diabetes-Einstellung durchzuführen, doch das Wissen um die Zusammenhänge, und die enge Zusammenarbeit mit anderen Spezialisten, bedeuten einen Mehrwert für den betroffenen Patienten. Wir Urologen möchten für unsere Patienten ein ganzheitlicher medizinischer Partner sein.

Metabolisches Syndrom

Die zunehmende Über- und Fehlernährung der Bevölkerung führte zu einer rasanten Zunahme von Fettleibigkeit mit erhöhtem Cholesterin, Bluthochdruck und Zuckerkrankheit (Diabetes). Mittlerweile wurde für dieses Symptomquartett der medizinische Begriff Metabolisches Syndrom gefunden. Zur Verdeutlichung der Brisanz dieser Erkrankung wird auch der Begriff „tödliches Quartett“ gebraucht. Mittlerweile ist bekannt, dass bei Vorliegen der beschriebenen Symptome die Sterblichkeit durch Herzinfarkte, Schlaganfälle und weitere gefäßbedingte Ursachen um ein Vielfaches erhöht ist. In den letzten Jahren sind in vielen verschiedenen Studien immer wieder gleiche Daten dahingehend bestätigt worden, dass Patienten mit einem Testosteronmangel ein deutlich höheres Risiko für ein metabolisches Syndrom haben. Im weiteren Zuge dieses Forschungsgebietes ist gezeigt worden, dass die Zufuhr von Testosteron bei diesen Patienten eine deutliche Verbesserung der Parameter des Metabolischen Syndroms zufolge haben. Mittlerweile haben auch Internisten und Diabetologen den Wert einer Testosterontherapie bei Diabetes erkannt und haben dieses Hormon in ihre Therapiestrategien mit aufgenommen.